Sensorschlauch für Löschsystem Flexsys

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Sensorschlauch für Löschsystem Flexsys

Select Art. Nr.: U0000251
Die Steuerleitung wird bevorzugt als Kunststoff - Sensorleitung ausgeführt, die Infolge der thermischen Eigenschaften des Kunststoffmaterials bei Temperaturerhöhung oder direkter Flammeneinwirkung aufplatzt.


1. Zweckbestimmung und Anforderungen

Feuerlöschanlagen, die als Flexsys - Systeme gestaltet sind (in der Funktionsweise identisch mit Firetace - Systemen) sind so gestaltet, dass ein pneumatisch gesteuertes Spezialventil bei Druckabfall in einer Steuerleitung öffnet und Löschmittel zur Brandbekämpfung abgibt. Eine Sondervariante besteht bei dem "direkten System" darin, dass das Löschmittel direkt über den Sensorschlauch an der Stelle, an der dieser aufgeplatzt ist austritt.

Die Steuerleitung wird bevorzugt als Kunststoff - Sensorleitung ausgeführt, die Infolge der thermischen Eigenschaften des Kunststoffmaterials bei Temperaturerhöhung oder direkter Flammeneinwirkung aufplatzt. Damit wirkt der Sensorschlauch als einfacher und zuverlässiger Detektor im Brandfall.

Das Verhalten des Schlauches wird durch seine Materialeigenschaften, den inneren Überdruck und die Temperatur - Anstiegsgeschwindigkeit bestimmt. Grundsätzlich gilt, dass auf Grund des inneren Überdrucks und des verwendeten Kunststoffmaterials der Schlauch bei zweckmäßiger Verlegung in einem Objekt stets vorher versagt als begrenzende Bauteile (selbst bei Verwendung von Baustoffen, die keine besondere Feuerbeständigkeit aufweisen). Bei Verwendung begrenzender Bauelemente aus metallischen Werkstoffen, Spanplatten, Glas oder auch Acrylglas wird der Sensorschlauch eher zerstört, als das diese Bauteile durch die Flammen überwunden werden könnten.

Damit wird deutlich, dass nicht die Auslösetemperatur des Schlauches, sondern die Bedingungen, die zum Versagen der Objektabgrenzung fuhren als Maßstab für die Beurteilung des Auslöseverhaltens des Sensorschlauches gelten. Dabei wird unterstellt, dass das erklärte Schutzziel darin besteht eine Brandausbreitung über die definierten Grenzen eines zu schützenden Objektes zu vermeiden. Objektschutz in diesem Sinne verstanden bedeutet die Risiken eines brandgefährdeten Objektes zu beherrschen um die Umgebung vor diesen Risiken zu bewahren und eine Ausbreitung des Brandes in den Raum und ein Übergreifen auf das gesamte Gebäude zu verhindern.

Unter Berücksichtigung des Aufbaus und der Funktionsweise des Flexsys - Ventils muss die Sensorleitung zur Vermeidung von Löschmittelverlusten besonders dicht sein. Das bedeutet, dass einerseits das verwendete Material eine extrem geringe Gasdurchlässigkeit aufweisen muss und andererseits die mechanischen Eigenschaften auf lange Zeit einen festen Sitz des Schlauches in den Verschraubungen gewährleisten muss. Daraus ergibt sich unmittelbar die Forderung nach einer hohen Druckstabilität (geringes Fließverhalten). Darüber hinaus muss für die Verlegung des Schlauches eine ausreichende Flexibilität gewährleistet sein.

Ebenfalls ist eine möglichst universelle Medienbeständigkeit gefordert. Diese Anforderungen machen deutlich, dass die Verwendung eines Kunststoffschlauches "von der Stange", als handelsüblichen Schlauch nicht möglich ist, da diese Schläuche die zwingend notwendigen Eigenschaften nicht haben und dadurch die Funktion der Löschanlage in Frage gestellt wird. Unter Berücksichtigung dieser Forderungen wurde der vorliegende Sensorschlauch entwickelt, der optimal die geforderten Eigenschaften miteinander verbindet.

2. Technische Daten

  • Maße: Außendurchmesser: 6 mm (Sondergröße 8 mm möglich)
    - Innendurchmesser: 4 mm (Sondergröße 6 mm möglich)
    - Max. Lieferlänge: 100 m
  • Farbe: rot
  • Kennzeichnung: Aufdruck: "FIRETRACE AUTOMATIC FIRE DETECTION TUBING - DO NOT CUT - DO NOT KINK - DO NOT CRUSH"
  • Material: modifiziertes Polyamid (PA)
  • Schmelzpunkt: ca. 220°C bei einer Aufheizgeschwindigkeit von 10 K/ min
  • Betriebsdruck: 15 bar
  • Betriebstemperatur: Optimale Temperatur für Langzeiteinsatz 15 bis 30°C,
    - Dauerbelastung bis max. 60°C und Kurzzeitbelastung (1-2 Stunden) bis 110°C sind zulässig, können jedoch zur Reduzierung der Lebensdauer führen.
    - Die untere Betriebstemperatur ist mit -30°C festgelegt. Das Verlegen des Schlauches muss jedoch bei einer Temperatur über 10°C erfolgen.
  • Lieferant: FIRETRACE USA

3. Einsatzmöglichkeiten und Grenzen

Der Sensorschlauch ist unter normalen klimatischen Bedingungen (optimale Betriebstemperatur und ohne besonderen Medieneinfluss) für den Langzeiteinsatz geeignet (als Richtwert für die Lebensdauer sind 8 -10 Jahre anzunehmen). Eine reduzierte Lebensdauer kann durch besondere Einflüsse begründet sein. Diese Einflüsse können sein:

  • erhöhte Betriebstemperatur
  • Medieneinfluss
  • Permanente oder häufige UV Strahlung
  • Mechanische Belastung (z.B. durch Bewegung des Schlauches)

Die Funktionstüchtigkeit des Sensorschlauches wird im Rahmen der jährlichen Überprüfung der Löschanlagen durch den Sachkundigen geprüft: Werden Anzeichen für eine Veränderung des Schlauches die eine Funktionsbeeinträchtigung ergeben können, festgestellt, so muss dieser Schlauch ersetzt werden. In der Regel wird der komplette Schlauch ersetzt, da bei der Erneuerung von Teilstücken die Gefahr besteht, dass vermeintlich unbeschädigte Bereiche bereits vorgeschädigt sind. Hinsichtlich des Medieneinflusses gibt es eine Vielzahl von Untersuchungsergebnissen, die jedoch bedingt durch die große Zahl chemischer Produkte nicht vollständig sein können. Eine Liste mit diesen Untersuchungsergebnissen ist als Anlage beigefügt. Im Zweifelsfall sind Tests mit einem unter Druck stehenden Sensorschlauch, der dem betreffenden Medium eine repräsentative Zeit ausgesetzt ist, durchzuführen.

4. Anwendererfahrungen

Die Erkenntnisse zu dem Sensorschlauch beruhen auf einer Erfahrung im Einsatz seit über 10 Jahren. In dieser Zeit wurden weit über 300 000 m dieses Spezialschlauches in unterschiedlichsten Einsatzbereichen verarbeitet. In chemischen Laboratorien wurden ca. 6000 Anlagen eingebaut, die den vielfältigsten Medieneinflüssen ausgesetzt sind. In Skandinavien wurden Anlagen in Fahrzeuge eingebaut, die extremen Temperaturen ausgesetzt sind. Die vielfältigen Erkenntnisse beim Einsatz dieses Schlauches wurden bei der Festlegung der Richtlinien für die Monteure für die Verlegung des Schlauches berücksichtigt.

Treten Schäden an dem Sensorschlauch auf, die nicht auf die Einwirkung eines Brandes zurückzuführen sind, so muss geprüft werden ob die Ursache durch die oben genannten Einflüssen begründet ist. Die Bereitstellung der Kenntnisse des Anwenders über verwendete Medien und ablaufende Prozesse und dabei entstehende Produkte sind für die Ursachenermittlung unbedingte Voraussetzung. In manchen Fällen kann durch Veränderung der Lage des Schlauches oder durch die Vermeidung bestimmter Prozesse Abhilfe geschaffen werden. Unter extremen Einsatzbedingungen wird jedoch nur der vorbeugende Austausch der Sensorleitung in entsprechend verkürzten Fristen als zweckmäßige Lösung in Frage kommen.