Anforderungen nach DIN 4102 an Brandschutztüren

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Anforderungen nach DIN 4102 an Brandschutztüren

Brandschutz- und Rauchschutztüren sind auf besondere Brandsicherheit und Rauchdichtheit ausgelegt. Feuerfeste Materialien sind vor allem in öffentlich zugänglichen Gebäuden und in hohen Gebäuden erforderlich.
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Durch Brände entstehen jährlich Schäden von ca. 10 Milliarden EUR. Schon allein diese Tatsache, aber auch vor allem das Leben und die Gesundheit der Menschen, beschreibt die Verantwortung, die dem vorbeugenden Brandschutz zukommt.

Brandschutz- und Rauchschutztüren sind auf besondere Brandsicherheit und Rauchdichtheit ausgelegt. Feuerfeste Materialien sind vor allem in öffentlich zugänglichen Gebäuden und in hohen Gebäuden erforderlich. Die Bestimmungen hierzu sind nicht bundeseinheitlich, die Gebäudehöhen, ab denen eine „Feuerwiderstandsdauer“ von 90 statt 30 Minuten gefordert wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Auf normale Türen innerhalb der Wohnung erstrecken sich diese Vorschriften aber nicht, sie gelten für Gemäuer und tragende Teile.
Türen mit erhöhten Brandschutz-Ansprüchen sind im Bereich des privaten Umbaus nicht notwendig, außer bei explizit feuergefährlichen Orten wie dem Heizungskeller.
Die schlichteste Variante einer Feuerschutztür ist die Stahltür. Daneben lassen sich mit Hilfe anderer Materialien auch optisch ansprechendere Modelle gestalten, z.B. mittels Holz-Ummantelung einer Stahl- oder Gipsplatte.

Der vorbeugende Brandschutz ist Bestandteil des deutschen Baurechts und in den Landesbauordnungen enthalten. Durch das Bauordnungsrecht werden die entsprechenden Anforderungen an die Entflammbarkeit der Baustoffe, an die Feuerwiderstandsdauer bestimmter Bauteile und an die Dichtigkeit der Verschlüsse bzw. Öffnungen gestellt. Abgeschottete Brandabschnitte können z. B. die Wohnung, das Geschoss, der Treppenraum oder der als Rettungsweg dienende Flur sein. An die Anordnung und die Bauweise dieser Rettungswege, auf denen Menschen in einer Gefahrensituation flüchten oder gerettet werden können, stellt das Bauordnungsrecht besondere Anforderungen. Öffnungen dieser Brandabschnitte müssen den Durchtritt von Feuer über eine bestimmte, festgelegte Zeit verhindern, also eine sog. Feuerwiderstandsdauer besitzen.

Brandschutz- Türen und eingebaute Festverglasungen

T-30 (feuerhemmend) F-30 (feuerhemmend)
T-90 (feuerbeständig) F-90 (feuerbeständig)

Die Anforderungen und Prüfkriterien solcher Feuerschutzabschlüsse sind in der Norm DIN 4102 geregelt. Feuerschutzabschlüsse bedürfen einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung durch das Institut für Bautechnik in Berlin. Tür, Zarge und Beschläge müssen stets eine Einheit bilden. Deshalb sind alle Brandschutz-Türen mit geprüften und zugelassenen Beschlägen ausgestattet.
In Prüfinstituten sind an Türen gleichen Typs mindestens zwei Brandprüfungen erfolgreich durchzuführen (1 x Schließfläche und 1 x Öffnungsfläche dem Feuer zugewandt). Die Brandprüfung erfolgt nach einer sogenannten Einheits- Temperaturzeitkurve, die nach 30 Minuten eine Ofeninnentemperatur von
822° C; nach 60 Minuten 925° C und nach 90 Minuten eine Ofeninnentemperatur von 986° C aufweist. In einer weiteren Prüfanordnung ist die Dauerfunktionstüchtigkeit an drei Türelementen durch jeweils 200 000 Türbewegungen nachzuweisen. Jede technisch bedeutende Nebenleistung oder Konstruktionsänderung, z.B. Lichtausschnitte, Einbau in Leichbauständerwände etc. ist durch entsprechende Prüfung nachzuweisen. Nach erfolgreichem Verlauf der Prüfungen erstellt das Prüfinstitut Zeugnisse, die dem Institut für Bautechnik zur Erteilung einer Zulassung zugeleitet werden.

Mit der Zulassung durch das Institut für Bautechnik, Berlin, unterliegen die zugelassenen Türelemente zur Sicherstellung des Qualitätsstandards bei der Serienfertigung einer ständigen Eigen- und Fremdüberwachung. Zusätzlich wird mit dieser Maßnahme die strikte Einhaltung des Zulassungsumfanges und der vorgeschriebenen Auflagen sichergestellt. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen, die das Bauordnungsrecht auferlegt, müssen Gebäude und deren Bauteile funktionsgerecht sein und den architektonischen und gestalterischen Aspekten Freiraum gewähren.